Struktur STAMMHEIM

Installatives Hörstück im öffentlichen Raum

von Tobias Dusche

Visualisierung von Peter Weigand / umschichten 

STRUKTUR STAMMHEIM

Wie funktioniert ein Ort? Was macht er möglich, was verhindert er? Welche Ideen und Vorstellungen liegen der Planung zugrunde und wie wurden sie umgesetzt? Wie weit bestimmen diese Vorstellungen in ihrer raumgewordenen Form, wie an diesem Ort kommuniziert und gehandelt wird? Und wie gehen darüber hinaus Nutzer*innen eines Ortes, freiwillige und unfreiwillige, mit den räumlichen Setzungen um?

Ausgehend von einem konkreten Ort, dem Neubau des Hochsicherheits-Prozessgebäudes in Stuttgart-Stammheim, zeichnet das Hörstück einige der Linien nach, die den Bau mit historischen Ereignissen, gesellschaftlichen Zusammenhängen und dem Betriebssystem unseres Staates verbinden.

Wer verwaltet unsere Freiheit auf Basis welcher Konzepte? Ist das Recht immer im Recht? Was haben Glaswände im Gerichtssaal mit der RAF zu tun – und was mit uns, der Gesellschaft? Was ist ein Spruchkörper und reden wir im Gerichtssaal aneinander vorbei? Ist Unmittelbarkeit gegeben, wenn Bild und Ton technisch vermittelt sind? Was verbindet Stammheim mit dem Dornhaldenfriedhof und den Dornhaldenfriedhof mit dem Schlossgarten? Welches computergestützte Kamerasystem wurde bei der Überwachung der RAF-Gefangenen eingesetzt? Und was um alles in der Welt ist ein Parloir?

STRUKTUR STAMMHEIM ist eine künstlerische Reflexion aus gesprochener Sprache, Musik, Noise und Gesang. Zu erleben ist es im HörKiosk der Reflexionsbude, einem barrierefrei umgebauten Container, der von 15. Oktober bis 15. November auf dem Pariser Platz installiert wird. In den Container ist eine kleine Tribüne eingebaut, die bis zu 12 Personen Platz bietet, um sich das etwa einstündige Stück anzuhören. Geplant sind – abhängig von der Nachfrage – zunächst 2 Timeslots an 4 Tagen der Woche (Donnerstag – Sonntag). Durch Plexiglasscheiben lässt sich dabei das Leben und Treiben auf dem Pariser Platz beobachten. Umgekehrt sind die Zuhörenden Teil einer Rauminstallation.

Konzept, Text und Regie: Tobias Dusche
Noise: Philip Roscher
Architektur: Peter Weigand / umschichten
Sprache und Gesang: Matthias Klink, Celina Rongen, Orlando Schenk, Claudia Split und Felix Strobel
Piano: Frank Eberle
Perkussion: Daniel Kartmann

In Kooperation mit der Akademie für gesprochenes Wort.

15.10. – 15.11.2026

HörKiosk der REFLEXIONSBUDE auf dem Pariser Platz, Stuttgart

Do/Fr 17:00/19:00 Uhr

Sa/So 12:00/14:00 Uhr

Preview (teilweise live) am 09.Oktober um 19:30 in der Akademie für gesprochenes Wort
Haußmannstraße 22, 70188 Stuttgart

Ticketverkauf über den Kalender der Akademie für gesprochenes Wort: 

https://gesprochenes-wort.de/kalender/

 

Dieses Projekt wird ermöglicht durch die Projektförderungen der Landeshauptstadt Stuttgart und des Landesverbands Freie Tanz- und Theaterschaffende Baden-Württemberg (LaFT BW) e.V..